Bürgerstiftung

Mudau

Rathausbrunnen

Wiederaufstellung des alten Rathausbrunnens (Mai 2007)


Ein historisch wertvolles Denkmal ist der alte Brunnen, der ehemals am alten Rathaus stand.
Der Brunnen wurde im Zuge der Sanierung des Ortskerns entfernt und durch einen neuen Brunnen ersetzt. Dem Wunsch vieler Einwohner und des Ortschaftsrats entsprechend kann nun mit Hilfe der Bürgerstiftung der alte Brunnen wieder aufgestellt werden. Er ist restauriert worden und nach Installation aller erforderlichen Anschlüsse nunmehr neben dem neuen Rathaus aufgestellt worden.
Der Platz um den Brunnen herum wurde im Frühjahr 2007 neu gestaltet, so dass eine ansprechende Anlage entstanden ist. Der Platz soll auch für Tourismus-Informationen genutzt werden.
Die Restaurierung und Wiederinbetriebnahme des Brunnens (Aufarbeitung des Brunnenstocks, Brunnenpumpe mit Steuereinheit, Wasserführung usw.) erforderte sehr aufwändige und kostspielige Geräte und Arbeiten, die die Bürgerstiftung nicht vollständig bezahlen konnte. Glücklicherweise sind der Stiftung beträchtliche Spenden für dieses Vorhaben gemacht worden.

Pressebericht in der Rhein-NeckarZeitung von Liane Merkle zur Einweihung des Brunnens am 05. Mai 2007

Mudau. (lm) „Bis zur Einführung des Leitungswassers galten Brunnen in den Dörfern und Städten als Treffpunkt für Menschen, oft auch mit ihren Tieren, die getränkt werden mussten“, so Roland Grimm, 1. Vorsitzender der Bürgerstiftung Mudau im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten für den neuen, alten Brunnen am Rathaus mit Übergabe der Jubiläumsbank der Siedler- und Gartenfreunde. Der einsetzende Regen störte keinen der zahlreich erschienenen Gäste. Schließlich – so die Feststellung von Roland Grimm – gehöre zu einem Brunnen ja auch Wasser. Und wie Harald Grimm seine Recherchen überschrieben hat „Wasser ist Leben“. Gerade in den kleinen Gemeinden auf dem Höhenrücken des Odenwaldes war die Wasserversorgung eine echte Herausforderung, teilweise ein Kampf wie dem Donebacher Archiv zu entnehmen war: „In der trockenen Jahreszeit schöpfen die zuerst kommenden Personen den Brunnen aus und die nachkommenden müssen warten, bis wieder Wasser nachgelaufen ist. Im Frühjahr nach der Schneeschmelze wird das Wasser trüb und ist dann zu Trink- und Kochzwecken nicht mehr zu gebrauchen“. Das führte z. B. 1886 auch in Mudau zur Verbreitung von Typhus. Damals versorgten sich die Mudauer innerorts über Gänse-, Rathaus-, Bäder-, Gemeinde- und Petersbrunnen. Außerdem ist eine Quellfassung, genannt Seequelle, im Gewann Hohenbusch erwähnt, die später über 60 Jahre lang den Mittelpunkt der Mudauer Wasserversorgung darstellte. Ende des 19. Jhds. Kam man zu der Überzeugung, dass eine zentrale Wasserversorgung über Leitungsnetz nicht mehr zu vermeiden sei. Der erste Versuch über den Hochbehälter Sommerberg war äußerst sensibel und nicht sehr langlebig. Dagegen gelang den Ingenieuren bei der Einrichtung der Wasserversorgung „Mudbachgruppe“ aus dem Ünglert eine Meisterleistung, bei der immerhin 235 Höhenmeter überwunden wurden. Mudau konnte zudem auf die Quelle vom „Hohenbusch“ und den „Kindlesbrunnen“ zurück greifen. Mit der Inbetriebnahme der Tiefbrunnen im Jahr 1953 war die Wasserversorgung Mudau dann endgültig und ausreichend gesichert. Doch auch die Hohebusch-Quelle wurde ab 1980 wieder voll in das Mudauer Leben integriert mit dem Wassertret- und dem Armbecken der Freizeitanlage, zum Speisen der Brunnen im Bembel, vor dem Alten Rathaus, im Überlauf mit täglich 60 m³ für die Rasenspielflächen des TSV, zur Bewässerung auf dem Friedhof und nun auch für die neue Brunnenanlage am neuen Rathaus. Wie Ortsvorsteher Kurt Müller als einer der Hauptinitiatoren der neuen Brunnenanlage dankbar erläuterte, war viel Einsatz durch den Ortschaftsrat und den Bauhof sowie der Bürgerstiftung Mudau und den inzwischen aufgelösten Odenwaldklub als Geldgeber notwendig, um den alten Rathausbrunnen zu sanieren und in dieser ästhetischen Anlage beim neuen Rathaus zu installieren. Gleichzeitig habe man zur Entlastung des Kanalsystems eine Zisterne eingebaut. Abgerundet wurde das Bild dieses möglichen Kommunikationspunktes durch die von den Siedler- und Gartenfreunden gestiftete Bank. Diese sei nach Aussage von Herbert Knapp als 2. Vorsitzender der Siedler- und Gartenfreunde nicht ohne Grund als Modell „Manfred Rommel“ gewählt worden. Man hoffe, dass die liberale Gesinnung des Namensgebers sich positiv auf das Rathaus auswirke. Weiter wünsche man sich, dass Ruhe und Entspannung Suchende diese hier finden. Und dass alle, die darauf sitzen, auch wirklich nur das weiter erzählen, was sie gehört haben. Der Bank selbst wünschte Knapp, dass die Grüße der Liebenden per E-Mail oder Brief versendet werden und nicht als Schnitzkunst die Sitzfläche beeinträchtigen. Weiter, dass alle Kaugummis den Weg in den Abfallkorb finden und die Sitzfläche ausschließlich als solche genutzt werde. Die Belastungsprobe mit Ortsvorsteher Kurt Müller, Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Herbert Knapp und Roland Grimm bestand das „gute Stück“ mit Bravour. „Wir als Gemeinde, nehmen diese Spende von Ortschaftsrat, Bürgerstiftung, Siedler und Gartenfreunde sowie Odenwaldklub gerne an“ freute sich das Gemeindeoberhaupt und dankte den Verantwortlichen für ihre Initiative und Einsatzbereitschaft. Für die hervorragende und passende musikalische Umrahmung der Feier zeichnete der Gesangverein „Frohsinn 1842“ unter Stabführung von Gerhard Bönig verantwortlich. Und für einen angemessenen Auftakt zum anschließenden „Brunnenfest“ im Rathaushof sorgte mit einem Freibierfass Andreas Keller von der Distelhäuser Brauerei, der Bürgermeister Dr. Rippberger beim Anstich assistierte.