Bürgerstiftung

Mudau

Bürgeressen an langer Tafel

Sonne strahlte zum Bürgeressen


Pünktlich zur Mittagszeit erklangen die auf die Hauptstrasse verteilten „Fanfarentöne“ der Krachkapellentrios, die den ersten Gang des „Bürgeressens an langer Tafel“ ankündigten.

Und was keiner im Vorfeld so richtig hatte glauben wollen, obwohl es Roland Grimm als Vorsitzender der Bürgerstiftung Mudau in seiner Begrüßung schon deutlich gemacht hatte: „In Mudi wird auf Kommando gegessen“ – und zwar in der ganzen Tafellänge von rd. 300 Metern. Innerhalb kürzester Zeit standen die dampfenden Suppenterrinen auf den Tischen. Und der günstige Einheitspreis des Mittagsmenüs beinhaltete gleichzeitig auch das gute Wetter. Roland Grimm dankte allen Helfern der Bürgerstiftung für ihren überaus engagierten Einsatz und den Gastronomen für ihre Bereitschaft, dieses Event zusammen mit der Bürgerstiftung zu gestalten. „für uns war es schon eine Leistung, die Gastronomiebetriebe unter einen Hut zu bringen“. Doch der Aufwand habe sich gelohnt. Das bestätigte auch Schirmherr Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger im Rahmen des offiziellen Fassanstichs unter musikalischer Begleitung der Krachkapelle. Er konnte neben Bürgermeister a.D. Ludwig Scheurich von Markt Kirchzell auch Landrat Dr. Achim Brötel zu dem „Zinnober in der Mudauer Hauptstrasse“, dessen stilvolles Ambiente ganz hervorragend zu Mudau passe, begrüßen. Diesem Lob schlossen sich Ortsvorsteher Kurt Müller und der Vertreter der Distelhäuser Brauerei nahtlos an. Und das waren beileibe keine Vorschußlorbeeren. Seit sieben Uhr Morgens hatten die Heinzelmännchen der Bürgerstiftung gewirkt. 300 Meter Tische wurden aufgestellt mit den dazugehörigen Stühlen. Weiße Tischdecken, ansprechende Blumengestecke und Gedecke für rd. 1.200 Personen mit roten Servietten geschmückt sprangen positiv ins Auge. Wimpel in den Mudauer Ortsfarben und entsprechende Fahnen zierten die Hauptstrasse neben den Deutschlandfahnen fürs Endspiel. Und dann war auch schon das unüberhörbare Wahrzeichen des Ortsschellers Ralf Lorenz zu hören. „Die Gäste werden gebeten, Platz zu nehmen und nicht mehr zu verlassen, um den sicherlich vorhandenen Hunger nicht zu vermehren“. Er schloss seine lautstarken „Bekannt—machung“en auf echt Mudemerisch „een guude Appetit und losst’s eich schmecke“. Und das ließen sich die Gäste an der nahezu voll besetzten langen Tafel nicht zweimal sagen. Doch die kulturellen Beilagen standen den kulinarischen in nichts nach. Während Harald Grimm entlang der Tafel das Gedicht über die Gans „Klara“ rezitierte, suchte Situationscomedian Richy Korger in seiner bekannten Figur „Erna“ wenig erfolgreich, dafür um so belustigender für die Gäste Ehemann „Hans-Heinz“. Dabei plauderte er ohne Punkt und Komma so einige delikate Details aus dem „Eheleben“ aus. An all diesen Akteuren vorbei flanierten die Special-Models von Liselotte Schell mit einer ausgesuchten historischen Modenschau. Den Beginn macht Nacht- und Unterwäsche – vermutlich die einzig richtige Kleidungsmenge für die herrschenden Temperaturen nach heutiger Sicht. Aber natürlich auch „viel zu freizügig“ für die historischen Modezeiten. Dies zeigte sich in den folgenden Präsentationen von Sonntags-, Arbeits- und Hochzeitskleidung. Wo gefeiert wird, riechen natürlich auch die berüchtigten Odenwälder Räuberbanden fette Beute. Und so trieb die Hölzerlipsbande um Hans Slama ihr Unwesen entlang der Tafel, das sie letztlich bitter bezahlen mussten. Zum Glück nahmen’s die Gäste mit Humor, ebenso wie die Lieder der Landsknechte, die vom deftigen Feiern erzählten und mühelos von den meisten Anwesenden mit gesungen werden konnten. Die Mudauer Lehrercombo um Rektor Roman Andres zeigte dabei mal wieder ihre Wandlungsfähigkeit. Und der Erfolg bewies, dass sie als Landsknechte richtig gute Chancen hatten. Nicht weniger Applaus ernteten Jim Knopf und seine Freunde aus Lummerland vom Mudauer und Schloßauer Kindergarten. Deren Lokomotive schnaubte sich durch den ganzen Ort und sang dabei die fröhlichen Abenteuer dieser couragierten Truppe. Und immer wieder sah man Erna, die ihren Hans-Heinz suchte, oder Harald Grimm mit seiner „Klara“ oder die Krachkapelle mit schmissiger Blasmusik oder oder oder ... Fast vier Stunden kurzweiliges Non-Stop-Programm boten die Akteure zu dem hervorragenden Vier-Gänge-Festmenü der Mudauer Gastronomen und weckten in den Gästen den Wunsch, „das könnte man doch jedes Jahr mal machen“. Man wird sehen, ob das Mudauer Bürgeressen an langer Tafel eine Chance auf Tradition hat. Ganz sicher aber ist es der Bürgerstiftung Mudau gelungen, eines ihrer Satzungsziele zu erreichen. Roland Grimm hatte es folgendermaßen ausgedrückt: „Wir wollen nicht nur alte Denkmäler restaurieren, sondern auch die Bürger der Gesamtgemeinde Mudau noch enger zusammenschweißen. Es lohnt sich, den Lebensraum dieser liebenswerten Gemeinde weiter positiv zu gestalten“.
Der Reingewinn des Bürgeressens an langer Tafel wird für Kinder- und Jugendförderung sowie für ein Projekt im kulturellen Bereich verwendet werden.